(Alle Beiträge)

Blog Beitrag

Dein Baby schläft plötzlich schlechter? Wann eine Regression daran Schuld sein könnte

Dein Baby schläft plötzlich schlechter? Wann eine Regression daran Schuld sein könnte

Beitrag vom 31. Mai 2022  

Zunächst eine positive Nachricht vorweg: Wenn Dein Baby vor einer auftretenden Schlafregression bereits gut geschlafen hat, und vielleicht sogar schon eigenständig einschläft, dann wird es das aller Vorraussicht nach nach Ablauf der Phase auch wieder so machen.
Aber was bedeutet eine Schlafregression eigentlich? Als erstes muss klargestellt werden, dass Regression in diesem Fall nicht gleichzusetzen ist mit einem negativ behafteten Rückschritt, denn ganz im Gegenteil, es finden gerade unglaubliche Entwicklungssprünge und Wachstumsschübe statt, die oft parallel zu einer Schlafregression auftreten. Es bedeutet eher einen Rückgang, und zwar ein Rückgang des Schlafbedarfes. Eine Regression kann man vergleichen mit einer Umstellungsphase, wo zum Beispiel von bisherigen 3 Tagschläfen auf nur noch 2 umgestellt wird. Es kann sein, dass ein Schlaf wegfällt, dafür aber die verbleibenden Schläfchen länger sind und somit in Summe nichts verändert wird. Es kann aber ebenso sein, dass in Summe weniger geschlafen wird, weil der Bedarf mit steigender Entwicklung sinkt.
Die Schlafregression gehört zu den versteckten Gründen, weshalb Einschlafen und Durchschlafen vorübergehend als schwierig empfunden werden können.
Regressionen treten meist auf, während das Baby parallel Wachstumssprünge und / oder auch Entwicklungsschritte bewältigt. Durch die Verarbeitung dieser neuen Schritte, kann sich (muss aber nicht!) eine rückläufige Tendenz des Schlafbedarfes bemerkbar machen. Das Gehirn arbeitet währenddessen auf Hochtouren, unglaublich viel neues wird gelernt und lässt die kleinen Menschen dadurch nur sehr schwer zur Ruhe kommen. Während es bei manchen Regressionen ein endgültiger Rückgang an Schlaf ist, kann es sich bei anderen Regressionen aber um einen lediglich vorübergehend gesunkenen Schlafbedarf handeln, das heißt, mit Ende der Regression kehrt auch wieder mehr Schlaf in Summe ein. Aber dazu gibt es ausführlichere Infos im nächsten Blogpost, wenn es um die einzelnen Regressionen im Detail geht.
Wie erkennst Du eine Regression?
Typische Anzeichen für eine Regression können z.B. eine längere Einschlafdauer, häufiges nächtliches Aufwachen, lange nächtliche Wachphasen oder früheres Erwachen am Morgen sein. Das Einschlafen wird als schwierig empfunden, während das Baby vorher eigentlich bereits in der Lage war selbstständig einzuschlafen. Wenn das Baby auch vorher nur schwierig und mit viel Unterstützung in den Schlaf gefunden hat, so kann es nun vielleicht als noch herausfordernder erlebt werden.
Früheres Aufwachen am Morgen gehört ebenso zu möglichen Anzeichen, wenn das Baby durch den gesunkenen Schlafbedarf nun bereits um 5 Uhr quietschvergnügt die Augen öffnet und munter ist, anstatt zur normalen Uhrzeit um 7 Uhr.
Die Tage sind gekennzeichnet durch ihre Unregelmäßigkeit, der Bedarf kann jeden Tag etwas anders sein, mal ist mehr und mal weniger Schlaf nötig, um ausgeruht zu sein.
Tagschläfe können plötzlich verweigert werden, oder nur ganz kurz sein. Wenn das Kind vorher 2 Schläfe gehalten hat, so kann es nun sein, dass es den ersten Schlaf noch wie gewohnt macht, aber damit sein Bedarf für den Tag auf einmal gedeckt ist. Der übliche zweite Schlaf wird dann einfach verweigert.
Generell kann das Baby in einer Regressionsphase, wenn es dann tatsächlich mal die Augen zu macht und schläft, währenddessen sehr unruhig wirken. Im Schlaf werden alle neu erlernten Fähigkeiten verarbeitet, und eventuell auch ausprobiert. Es kann durchaus passieren, dass Kinder sich plötzlich im Schlaf hinsetzen, hinstellen, oder sogar klatschen – kein Grund zur Sorge, völlig normal.
Auch ein quengeliges, weinerliches Verhalten des Babys kann während einer Regression häufiger als üblich der Fall sein.
Unter Umständen macht sich auch ein erhöhter Appetit bemerkbar, denn die möglicherweise parallel verlaufenden Entwicklungssprünge kosten natürlich Energie.
Phasen einer Schlafregression sind anstrengend. Anstrengend für die Eltern, die zum Teil gar nicht wissen, woher die plötzlichen Probleme kommen und sich fragen, was sie falsch machen. Aber ebenso anstrengend sind diese Phasen für die Kleinen.
Hier könnt Ihr als Eltern ansetzen: Achtet darauf, dass es trotzdem weiterhin regelmäßige Schlafangebote gibt tagsüber, oder zumindest Ruhephasen, z.B. auf dem Sofa mit Büchern, Puzzlen oder sonstigem, womit Euer Kind sich gerne entspannt. Routinen und Regelmäßigkeiten geben den Kleinen Sicherheit und helfen. Manche Kinder können auch mit einem Schnuller im verdunkelten Zimmer im Bett entspannen, selbst wenn sie nicht einschlafen sollten.
Achte weiterhin auf abgedunkelte Zimmer tagsüber, auch wenn sich Dein Kind nur zum Ausruhen im Wachzustand dort aufhalten soll. So kann sich das Schlafhormon Melatonin bilden, welches Ein- und Durchschlafen fördert.
An der frischen Luft können auch schon die Kleinsten Stress und schlechte Launen abbauen, achtet besonders in Regressionsphasen auf viel Zeit draussen mit Bewegung.
Ganz wichtig: Bewahrt Euch Flexibilität! Jeder Tag kann anders sein, und es wird Euch leichter fallen damit umzugehen, wenn Ihr Euch die Möglichkeit offen lasst flexibel reagieren zu können. Es bietet sich z.B. an, in solchen Phasen mit zwei Tagplänen zu arbeiten. Ein Tagplan beinhaltet z.B. zwei Tagschläfe, der andere Tagplan aber nur einen. Dementsprechend kann die tägliche Zu-Bett-Geh-Zeit etwas variieren.
Eine weitere Handlungsmöglichkeit für Eltern, die unbedingt etwas entgegensetzen möchten, wäre z.B. das Kind abends länger wach bleiben zu lassen, oder eventuell morgens oder tagsüber zu wecken. Dies steht auch keineswegs in Widerspruch mit den oben erwähnten, regelmäßigen Schlafangeboten tagsüber. Ein anderer Weg, mit der Regression umzugehen, kann auch einfach die Akzeptanz der Situation sein. Es ist gerade so, wie es ist, und in ein paar Wochen wird es wieder vorbei sein. Die durchschnittliche Regression dauert zwischen 3 und 6 Wochen an, kann aber natürlich auch viel schneller vorbei sein. Genauso individuell wie die Dauer ist auch die Ausprägung bei den Kindern – manche Kinder zeigen starke und viele Anzeichen, manche Kinder zeigen kaum verändertes Verhalten.
Genauere Infos zu den jeweiligen Regressionen folgen in den nächsten beiden Blogartikeln 😊
Wenn du das Gefühl hast, dass Eure Schlafsituation bereits vor der Schlafregression sehr schwierig und herausfordernd war, und sich das ganze jetzt sogar noch zugespitzt hat, dann melde Dich gerne bei mir. In einem kurzen Informationsgespräch möchte ich zunächst herausfinden, ob für Dich und Dein Kind ein Schlafcoaching überhaupt in Frage kommt. Ganz unverbindlich natürlich.

Kostenloses Kennenlerngespräch